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KB Jubilogo

30 Jahre Frankfurter Kinderbüro

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen, Weggefährt*innen, Freund*innen und Mitstreiter*innen,
liebe Kinder,

in diesem Jahr wird das Frankfurter Kinderbüro 30 Jahre alt. Manche von Ihnen und Euch kennen wir schon lange. Andere lernen wir gerade erst kennen. Allen möchten wir sagen: Tausend Dank für diese wunderbare Zeit, für unsere gemeinsamen Aktionen und Erfolge!

In diesen 30 Jahren ist wirklich viel passiert: Die UN-Kinderrechtskonvention wurde in Deutschland ratifiziert. Gewalt in der Erziehung wurde verboten. Das Kinderbüro ist ein Amt der Stadt Frankfurt geworden. In diesem Jahr sollen die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden. Das sind alles sehr gute Entwicklungen.

Zur Feier des Jubiläums und als Dank an alle, die uns auf dem Weg begleitet haben, haben wir eine filmische Zeitreise über unsere Arbeit drehen lassen. Simone Jung, Dokumentarfilmerin aus Frankfurt, hat uns begleitet, Archive durchforstet und mit Menschen gesprochen, die uns gut kennen.

Es ist ein Film über Frankfurt, Frankfurter Kinder, unsere Kolleg*innen und die Kinderrechte-Arbeit geworden. Oberbürgermeister Peter Feldmann und unsere Dezernentin Sylvia Weber haben Grußworte gesprochen und blicken in Interviews auf unsere Geschichte und die der Kinderrechte zurück.

Nehmen Sie Platz vor Ihrem Bildschirm, machen Sie es sich gemütlich und gehen Sie mit uns auf eine spannende Zeitreise.

Wir wünschen Ihnen unterhaltsame 45 Minuten und freuen uns schon heute darauf, Euch und Ihnen in der Zeit nach Corona wieder persönlich zu begegnen.

Viel Spaß beim Anschauen wünscht das Team des Kinderbüros!

 

Der rote Faden
 

   
   
Grußwort: Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main Grußwort: Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main
   
   
Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main im Gespräch mit Julia Nestle Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung im Gespräch mit Julia Nestle
   

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„30 Jahre Frankfurter Kinderbüro – Zeit zu Feiern und Innezuhalten“

Amtsleiterin Dr. Susanne Feuerbach beantwortet Fragen zum Jubiläum und zur Situation von Kindern in der Corona-Krise

Wenn der 30. Geburtstag des Frankfurter Kinderbüros kein Grund zum Feiern ist, was dann?

In Zeiten von Corona konnte es aber kein Event für Kinder und ihre Familien geben. Dafür hat das Team vom Kinderbüro einen spannenden Jubiläumsfilm gedreht. Er ist ein buntes Mosaik unzähliger Projekte und Aktionen mit Kindern in Frankfurt am Main. Die Suche nach dem roten Faden in der Arbeit des Kinderbüros kann unter folgendem Link zum Film beginnen: http://www.frankfurter-kinderbuero.de

Im Gespräch mit der intrapost-Redaktion beantwortet die Amtsleiterin des Kinderbüros, Dr. Susanne Feuerbach, Fragen zum Jubiläum und zur Situation von Kindern in der Corona-Krise.

Frau Dr. Feuerbach, es gab viele Jubiläen zu feiern, nicht nur 30 Jahre Frankfurter Kinderbüro, sondern auch 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention, 25 Jahre Weihnachtsaktion für bedürftige Kinder, 20 Jahre Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung, 15 Jahre Familienbündnis. Sie zeigen, wie groß Ihr Aufgabenspektrum ist. Was bedeuten die Jubiläen für Sie als kommunale Kinderinteressensvertretung?
Jubiläen sind für mich ein Zeitpunkt zum Feiern und zum Innehalten: Die Freude über die Erfolge der vergangenen Jahre darf Raum greifen und es stellt sich gleichzeitig die Frage, welche Aufgaben noch vor uns stehen. Ich sehe große Herausforderungen bei der stärkeren Integration der Kinderrechte in das Verwaltungshandeln, auch bei der Stadt Frankfurt und der Bekämpfung von Kinderarmut.

Seit elf Jahren leiten Sie das Frankfurter Kinderbüro. Inwieweit ist es deutschlandweit einmalig, wie fühlt es sich an, seit fünf Jahren ein eigenes kommunales Amt zu sein, als Amt 49 – und nicht mehr als Stabstelle zu agieren?
Es fühlt sich sehr gut an. Das Kinderbüro als Lobbyist für Kinderrechte innerhalb der Stadtverwaltung ist aufgewertet worden und kann mit einer stärkeren Stimme sprechen. Wir kommunizieren jetzt auf Augenhöhe, sind bei der Leitungskonferenz dabei und können dadurch unsere Querschnittsaufgaben besser erfüllen. Wir verstehen uns als Interessenvertretung der Kinder, denn Eltern und Erwachsene haben ganz oft andere Vorstellungen, Wünsche und Ziele. Wir sind inzwischen ein 14-köpfiges Team, inklusive der zwei Auszubildenden.

Der Amtsstatus wird auch unserer Aufgabe gerecht. So haben wir jährlich ca. 13.500 Anfragen aus der Bürger*innenschaft, arbeiten mit über 1000 Kooperationspartner*innen zusammen, veranstalten normalerweise 200 eigene Veranstaltungen und in Kooperation weitere 250 im Jahr. Wir haben die Geschäftsstelle der Kinderbeauftragten und des Frankfurter Bündnis für Familien im Haus. Darüber hinaus stemmen wir die Netzwerke FAN (Frankfurter Alleinerziehenden Netzwerk), den Runden Tisch Kindermobilität, das Netzwerk der Verbindungslehrkräfte und das Netzwerk Soziales Lernen in Grundschulen.

Das Kinderbüro ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen e. V., der Berufsverband der kommunalen Kinderinteressenvertretungen und ist durch meine Person im Vorstand seit der Gründung vertreten.

Sie sind promovierte Ökotrophologin. Wie haben Sie den Weg zu ihrer Aufgabe als Amtsleiterin des Frankfurter Kinderbüros gefunden, warum macht Ihnen die Aufgabe Spaß?
Erstmal möchte ich meinem wunderbaren Team danken, das einen sehr großen Anteil daran hat, dass mir meine Arbeit Spaß macht. Wir ziehen alle an einem Strang und meine Aufgabe ist auch nach elf Jahren immer noch ein Sechser im Lotto für mich. Dazu kommt, dass ich bei dieser Aufgabe meine gesamten persönlichen und beruflichen Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen kann und muss. Meine stärkste Motivation ist, für das Allgemeinwohl zu arbeiten, und wo kann ich als „Sachsenhäuser Mädsche“ das besser tun als bei der Stadt Frankfurt?

Als Ökotrophologin habe ich einen spannenden Weg ins Kinderbüro genommen. Mein Schwerpunkt waren die Haushaltswissenschaften, sie beschäftigen sich mit der Daseinsvorsorge und Alltagsversorgung von Menschen. Das ist genau betrachtet gar nicht so weit von meinem jetzigen Thema entfernt. Neben meinen Stationen an der Justus-Liebig-Universität Gießen, im Frauenreferat der Stadt Frankfurt und bei der LAG Soziale Brennpunkte Hessen e.V. hat mich meine Zeit in der zweimaligen Selbstständigkeit und als Wendo-Trainerin stark geprägt.

Wo sind die Schnittstellen zu den Kinderbeauftragten in den Stadtteilen?
Die Arbeit der 47 Kinderbeauftragten in den Stadtteilen ist ein sehr wichtiger Baustein unserer Arbeit. Sie gehören zum ehrenamtlichen Netzwerk des Kinderbüros und fungieren als Bindeglied zwischen Kindern, Verwaltung und Politik. Ihre Arbeit ist nicht hoch genug einzuschätzen, Stichworte sind die Bildungsgerechtigkeit für Kinder in der Stadt und die Aufenthaltsqualität auf Spielplätzen und Straßen.

Zum ersten Mal haben die Kinderbeauftragen gemeinsam und öffentlich Stellung bezogen: Zur Corona-Pandemie und dem Textvorschlag der Regierungsparteien für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz.

Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie? Wo sehen Sie Auswirkungen der Krise auf die Entwicklung von Kindern und Familien?
Mir fällt besonders auf, dass in den Medien zwar über die Situation in Kitas und Schulen berichtet wird, aber nicht die Frage beantwortet wird, wie Kinder die Schließungen verkraften. Kinder werden nur als Schülerinnen und Schüler gesehen, nicht als Menschen. Kinder werden – wie so oft – nicht gehört. Erst nach einem Jahr Corona-Krise entwickeln Erwachsene ein Bewusstsein dafür, wie stark Kinder leiden und wie groß ihre Ängste sind.

Und auch hier greift die Symbolik des Brennglases gut: In pädagogischen Einrichtungen, die vor Corona gute Beziehungen zu Kindern und Familien aufgebaut hatten, wurde die Arbeit intensiviert. Wo es vorher Probleme gab, hat sich die Situation oft verschlimmert. Kinder von Alleinerziehenden haben es unter Coronabedingungen noch viel schwerer Bildung und Teilhabe angemessen zu erleben.

Coronabedingt sind Kinderrechte und damit unveräußerliche Menschenrechte mit Füßen getreten worden. Das Lebensumfeld von Kindern wurde aus meiner Sicht wesentlich stärker eingeschränkt als das der Erwachsenen.

Wir mussten leider im ersten Lockdown unsere Veranstaltungen absagen. Viele neue Impulse prägen nun unsere Arbeit: So haben wir vermehrt Öffentlichkeitsarbeit in den Medien und Werbemitteln eingesetzt, unseren Familienkongress in einem Hybridformat angeboten und neue Onlineangebote wie etwa die digitale KinderArt! oder das „Corona-ABC für Frankfurter Familien“ entwickelt. In 26 Beiträgen kommen Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Frankfurt selbst zu Wort. Und nicht zuletzt haben wir ja anlässlich unseres Jubiläums den Dokumentarfilm ‚Der rote Faden – Kinderrechte und 30 Jahre Frankfurter Kinderbüro‘ gedreht.

Gibt es neue Themen und Projekte, die Sie in den kommenden Jahren auf den Weg bringen möchten? Woran arbeiten Sie mit Ihrem Team gerade?
Aktuell beschäftigen uns die Auswirkungen und der Umgang mit der Pandemie. Die Bekämpfung der Kinderarmut in unserer Stadt ist für mich ein sehr wichtiges Anliegen genauso wie die Installation einer Beschwerdestelle für Minderjährige. Wie kann es uns gelingen, Kinder ernsthaft, frühzeitig und wirkungsvoll zu beteiligen? Wie prüfen wir den gesetzlichen Anspruch des Kindeswohlvorrangs? Wie öffnen wir Kindern öffentlich zugängliche Freiräume? Das sind die Fragen, die uns ganz sicher in den nächsten Jahren leiten werden.

Interview: Elvira Gruß-Neuhardt

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