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Vom Geschenk zum Selbstvertrauen – Kinder und ihre Rechte stärken

WGeschenketischer schenkt, vermittelt seinen Mitmenschen, dass er sie wertschätzt. Schon ein Spiel oder Buch kann Glücksgefühle und Impulse für ein reicheres Leben liefern.
Wissen Sie eigentlich, dass Kinder spezielle Rechte haben? Viel zu wenige Menschen wissen das – und das in einer Zeit, in der unsere Jüngsten kräftig mithelfen, dass alle besser geschützt sind. Leicht fällt ihnen das nicht. Heute mal ins Klassenzimmer, morgen referiert die Lehrkraft wieder vom Esstisch. Was muss ich nochmal herunterladen? Wo muss ich draufklicken? Und was, wenn meine Eltern auch nicht durchblicken? Mist, der Laptop ist kaputt – uns fehlt doch das Geld für einen neuen. Dann dieser fremde Anblick, wenn meine beste Freundin mit ihrer Maske durch das Fenster winkt. Ihr fehlt das freche Grinsen – ersetzt durch einen weißen Stoff. Kinderseelen sind verletzlicher als Erwachsenenseelen. Denn Kinder denken in vertrauten Bildern – das dürfen wir nicht vergessen.
Damit das besser gelingt und generell die Position von Kindern verbessert wird, gibt es seit über 30 Jahren Kinderrechte – verankert in der von 195 Ländern unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention. Im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist die Absicht formuliert, sie auch ins Grundgesetz aufzunehmen. Das wäre ein wichtiges Signal – und würde unterstreichen, dass Kinder vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht übersehen werden, sondern als gleichberechtigte Persönlichkeiten respektiert. Fast drei Viertel der Bundesbürger und -bürgerinnen sind der Meinung, dass Kinderrechte in das Grundgesetz integriert werden sollten, so die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Politik- und Sozialforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes. Die Zeit scheint also reif, jenen eine Stimme zu geben, die ihre Rechte nicht selbst einfordern können; und die irgendwann die Wertschätzung, die sie selbst erfahren haben, an ihre Nachkommen weitergeben.

Zwei der Kinderrechte, die in der UN-Konvention auftauchen, sind das „Recht auf Bildung“ (Artikel 28) und das „Recht auf Spiel“ (Artikel 31). Um diese beiden Rechte dreht sich auch die Aktion des Kinderbüros. Denn bedürftige Kinder erhalten von den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern entweder ein Buch oder Gesellschaftsspiel. Sie pflücken dazu eine Überraschungs-Karte von einem der Weihnachtsbäume, die in verschiedenen Frankfurter Geschäften aufgestellt sind – einen großen Teil in der unteren Berger Straße und Eschersheimer Landstraße. Das mit der Karte und einer Grußbotschaft versehene Geschenk ist bis zum Montag, den 14.12. in einem der teilnehmenden Geschäfte oder im Kinderbüro in der Schleiermacherstraße 7 abzugeben. Kurz vor Weihnachten erhalten die bedachten Einrichtungen, etwa Kitas, Flüchtlingsunterkünfte und Frauenhäuser, die Pakete.
Die Geschenkkategorien wurden bewusst ausgewählt: In eine andere, vielleicht buntere oder friedlichere Welt eintauchen zu können, tut Kindern momentan ausgesprochen gut. Als zentrale Bildungsvermittler ermöglichen Bücher einen natürlichen Zugang zur Sprache und zu facettenreichen Themen. Dass viele Kinder den Schulbesuch während des ersten Lockdowns tatsächlich vermisst haben, zeigt, wieviel Neugier und Wissensdurst in ihnen steckt. Denn in der Schule und mit Büchern lernen sie die Welt und das Leben besser kennen. Wenn Kinder spielen, schulen sie ihr Sozialverhalten. Sie erkennen, dass faire Regeln sinnvoll sind und ein Team dann erfolgreich ist, wenn alle ihre speziellen Talente einbringen können. Kinder, die spielen, haben es in der Schule leichter, denn ihre Lernfähigkeit verbessert sich. Spielen als therapeutische Methode dient sogar der Überwindung traumatischer Erfahrungen.
In vielen Entwicklungsländern besuchen nur wenige Kinder Kindergärten oder frühe Förderprogramme, in denen sie mit Spiel- oder Leseangeboten unterstützt und auf einen späteren Schulbesuch vorbereitet werden. Millionen Jungen und Mädchen werden in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gedrängt – und damit des Rechts beraubt, spielen oder sich bilden zu können. In Deutschland ist die Lage vergleichsweise entspannter. Trotzdem herrschen auch hier Kinderarmut und unterschiedliche Bildungschancen. So lebt in Frankfurt etwa jedes vierte Kind in einer Familie, die auf Unterstützungsleistungen des Staates angewiesen ist. Noch immer sind Arbeiterkinder an der Uni eine Seltenheit – weil Unterstützungsmöglichkeiten in der eigenen Familie fehlen. Verfassen Sie daher gerne auf Ihrer Überraschungs-Karte eine persönliche, motivierende Botschaft – und stoßen Sie damit Ideen für den weiteren Lebensweg des oder der Beschenkten an.
Lassen Sie uns gemeinsam das Selbstvertrauen jener Menschen stärken, die in diesem Jahr besonders tapfer waren. Die Kinder hatten eine schwierige Zeit und sehnen sich nach positiver Ablenkung. Es bleiben noch drei Tage, im Rahmen der Geschenke-Aktion etwas Gutes zu tun. Vielen Dank dafür!

Wir wünschen Ihnen ein gesundes und hoffnungsvolles Weihnachten!
Das Team des Frankfurter Kinderbüros

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